Medizinrecht News

Es gibt wohl kaum einen Werkstoff, der die Gerichte, aber auch die Gesundheitsbehörden und Krankenkassen in vergleichbarem Maße beschäftigt hat wie das „Standard-Füllungsmaterial“ (John, Aktuelles aus dem Zahnarztrecht, ZMGR 1/2017, 25 ff.) Amalgam. Hierbei handelt es sich um eine  Mischung als Silber, Quecksilber, Kupfer und Zinn, die im Verdacht steht, Vergiftungserscheinungen hervorzurufen und Ursache vieler ernsthafter gesundheitlicher Beschwerden zu sein. Zumindest juristisch dürfte der Weg für die Weiterverwendung von Quecksilberlegierungen dennoch geebnet sein.

 

Die Rechtsprechung

Das Landgericht Detmold hatte Ende 2014 über die Klage einer Patientin zu entscheiden, die ihre behandelnde Zahnärztin aufgrund der vermeintlich fehlerhaften Verwendung von Amalgam und weiteren Metallen (insbesondere Gold) auf Schadensersatz und Schmerzensgeld in Anspruch genommen hatte. Zu Unrecht, wie das Landgericht meinte, denn die geltend gemachten Ansprüche seien verjährt (9 O 78/14).

Weiterlesen ...

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hatte sich in einem am 24.01.2017 verkündeten Urteil mit der Frage zu befassen, ob Schadensersatzansprüche des Patienten auch dann bestehen, wenn sich dieser absprachewidrig vorzeitig aus der Klinik entfernt. In dem hier entschiedenen Fall hatte die Patientin (bzw. der klagende Ehemann) das Nachsehen (Geschäftszeichen: 8 U 119/15).

Was war geschehen? Der Kläger hatte sich gemeinsam mit seiner (damals 67-jährigen) Ehefrau in das nahegelegene Kreiskrankenhaus begeben, nachdem diese darüber berichtet hatte, dass es ihr nicht gut gehe und sie Schmerzen im Hals habe. Die Ehefrau des Klägers wurde daraufhin zunächst vom Bereitschaftsarzt des kassenärztlichen Notdienstes untersucht und von diesem in das Krankenhaus eingewiesen, obwohl die erhobenen Befunde (Blutdruck, EKG) als unauffällig beurteilt worden waren. Der diensthabende Stationsarzt hatte der Ehefrau des Klägers ein Bett auf der Station angeboten, musste dann aber vorübergehend nach einer anderen Patientin sehen. Als er nach etwa 10 Minuten auf die Intensivstation zurückkehrte, waren die Eheleute bereits wieder nach Hause gefahren, wo die Ehefrau des Klägers noch am selben Abend gegen 22:50 Uhr verstarb.

Weiterlesen ...

Das „Medizinrecht“ ist ein weites Feld, umfasst es mit

  • Fragen zum ärztlichen Berufsrecht,
  • dem Recht der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung,
  • dem Vertragsarztrecht,
  • dem Krankenhausrecht,
  • Fragen des (ärztlichen) Vertrags- und Gesellschaftsrechts,
  • dem ärztlichen und zahnärztlichen Vergütungsrecht,
  • dem Apothekenrecht,
  • dem Arzthaftungsrecht, also der zivil- und strafrechtlichen Haftung von Leistungserbringern im Gesundheitswesen aufgrund behaupteter (oder vermeintlicher) Behandlungsfehler
Weiterlesen ...

Kraftvoll zubeißen kann Dirk Faikosch schon lange nicht mehr. Seit sieben Jahren muss der 42-Jährige Nahrungsmittel wie Brötchen oder Äpfel klein schneiden und mit den Backenzähnen zerkauen. Denn ebenso lange schon trägt er ein Provisorium, das bei starker Belastung leicht mal aus dem Mund fällt. Grund für diese Situation ist eine missglückte Zahnarztbehandlung im November 2004, bei der ihm vier Schneidezähne im Oberkiefer gezogen und durch Implantate ersetzt wurden. Sein behandelnder Arzt, der bekannte Implantologe Dr. L., hatte Faikosch während der Behandlung einer Zyste am Oberkiefer geraten, die Zähne sofort ziehen zu lassen und durch Implantate zu ersetzen.

Weiterlesen ...